Springkraut

Überall sticht es einem im Herbst wieder ins Auge. Anfangs in kleinen Gruppen,

 später flächendeckend. Das indische Springkraut, Impatiens glandulifera.

 

Es wächst ausgesprochen schnell und vermehrt sich noch rascher. Eine einzige Pflanze produziert über 2000 Samen in einem Jahr, die bis zu sieben Meter weit springen und für mehrere Jahre keimfähig bleiben. So können sich über 1 Million Exemplare nach bereits zwei Jahren entwickeln. Die Pflanze selbst ist nur einjährig, die Samen bleiben jedoch über 4 bis 5 Jahre hinweg keimfähig. Die Pflanze wächst gerne in Feuchtgebieten, aber nicht ausschließlich. Der Samen ist schwimmfähig und besiedelt so neue Bachläufe.

 

Außer das sie äußerst potent ist, ist sie auch noch recht regenerationsfähig.

Wird sie abgeschnitten, bildet sie sofort neue Triebe. Wird sie umgeknickt und hat

Bodenkontakt, bildet sie an den Stängelknoten neue Wurzeln und wächst munter weiter. Selbst abgemähte Pflanzen von 5 cm Höhe bilden noch Blüten und Samen aus!

Deshalb muß sie mit der gesamten Wurzel ausgerissen werden. Da sie nicht tief

wurzelt, geht das ganz gut. Am Besten ist es, die ausgerissene Pflanze mehrmals zu

knicken, auf einen Haufen zu sammeln und dann ordentlich drauf zu treten, damit

die fleischigen wasserhaltigen Stängel zerdrückt werden.

Ist ein Gebiet Springkrautfrei , sollte es im Auge behalten werden, denn übersehen sind schnell welche, und Nachkeimer gibt es immer. Jede Pflanze die in diesem Jahr

beseitigt wird, spart im Folgejahr Arbeit!

 

Springkraut verdrängt die gesamte ursprüngliche Vegetation. Die Naturverjüngung im Wald ist

bei massivem Befall nicht mehr gewährleistet. Selbst Brennnesseln und Brombeeren haben keine Chance. Wenn im Herbst die Pflanzen absterben, fehlen andere Pflanzen zur Uferbefestigung.

Es droht Gefahr durch Instabilität der Böschungen und Erosion. Nicht umsonst zahlt man in der Schweiz Strafe, wenn man diese Pflanze auf seinem Grundstück hat.

 

Die Pflanze wird nur von wenigen unspezialisierten Insekten, darunter die Honigbiene und große Hummelarten besucht. Allerdings sind Qualität und Menge von Pollen und Nektar nicht ausreichend, um Ertrag oder vollwertiges Futter zu liefern.

Besser ist es die Bienen mit dem Anbau folgender Pflanzen im Herbst zu unterstützen:

Schafgarbe, Nachtkerze, Petunie, Sonnenhut, Garten Wolfsmilch, blaues und weißes

Gänseblümchen, echtes Leinkraut, Feldthymian, Astern, Herst Zeitlose, Efeu, Senf,

Hirtentäschel, Phlox, Malve, Stockrose, Goldrute....

 

Die Bekämpfung ist langwierig und arbeitsreich. Für den einzelnen fast nicht zu

leisten. Aber jeder kann mithelfen:

Größere Bestände mehrmals jährlich abmähen, damit sich keine neuen Blüten bilden.

Seinen Garten und das eigene Grundstück, besonders in Gewässernähe freihalten. Nicht die Blüte abwarten, sondern sofort mit Wurzel rausreisen.

Nicht mutwillig im Garten anpflanzen, auch nicht weil sie eigentlich schön ist!

Jeder kann von sich aus "Weg - oder Gewässerpate" werden. Man sucht sich selbst ein

Stück aus und hält es frei. So hat man eine Aufgabe und Verantwortung.

Man kann Nachbarn, Freunde und Kollegen informieren. Viele wissen nichts von

dieser Pflanze, bzw. kennen ihre starke Ausbreitung nicht.

Jeder der spazieren geht, kann im Vorbeigehen die Pflanzen raureißen.

Gruppen bilden und gemeinsam auf "Jagd " gehen. Die Pflanze nicht kompostieren.

 

Natürlich geht es noch schlimmer! Wer möchte und Zeit hat kann gerne mal den

japanischen Staudenknöterich googeln!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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